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Leben in Spanien

Bildung

Bildungssystem

In Spanien gehen Kinder im Alter von fünf Jahren zur Schule. Für Kinder ab neun Monaten stehen den Eltern Kindertagesstätten zur Verfügung.

Eltern sollten ihre Kinder im Mai für das im September beginnende Schuljahr anmelden, entweder direkt bei der Schule oder aber bei der Stadtverwaltung.

Vorschule (3.-6. Lebensjahr)

Kinder gehen normalerweise drei Jahre in den Kindergarten und die Vorschule, um ihre körperliche und geistige Entwicklung anzuregen. Ab dem vierten Lebensjahr lernen sie lesen und schreiben und kennen bei der Einschulung das Alphabet. Die Schwerpunkte liegen auf verschiedenen gesellschaftlichen Aspekten, der Umwelt- und Verkehrserziehung.

Primarstufe - Grundschule (6.-12. Lebensjahr)

Die sechs Jahre Grundschulausbildung („Educacion Primaria“) unterteilen sich in drei Stufen von zwei Jahren Dauer. Wenn das Kind am Ende einer Stufe nicht die erforderlichen Leistungen erbracht hat, kann dass zweite Jahr der Stufe wiederholt werden.

Die Schüler lernen spanische Sprache, Mathematik, Gesellschaftskunde (dazu gehören Geschichte, Geografie und Biologie), Sport, Kunst und, ab dem 3. Schuljahr, eine zweite Sprache, normalerweise Englisch. Religion wird auf dieser Stufe ebenfalls gelehrt, mit dem Schwerpunkt auf katholischer Religion.

Es gibt in Spanien keine Aufteilung von Klassen in Leistungsgruppen, in allen Klassen werden unterschiedlich begabte Kinder unterrichtet. Die Eltern können einmal pro Woche mit den Lehrern über die Probleme und Fortschritte ihrer Kinder sprechen. Die Kinder werden ab dem dritten Schuljahr an Prüfungen herangeführt. Es gibt allerdings keine landesweiten Leistungsprüfungen wie z.B. in Großbritannien oder manchen Bundesländern Deutschlands.

Die Eltern kaufen alle Textbücher und Materialien, aber sie können sich die Uniform sparen, denn nur wenige staatliche Schulen haben eine. Hausaufgaben kann es schon ab dem ersten Schuljahr geben.

Die Unterrichtszeiten sind je nach Schule unterschiedlich, normalerweise von 9 bis 16 Uhr, einschließlich der Pause für die Schulspeisung.

Sollte Ihr Kind Nachmittagsunterricht haben und Sie es zu dieser Zeit nicht zuhause betreuen können, können Kinder auch in der Schule das Abendessen zu sich nehmen.

Bereiten Sie Ihr Kind auf das Mittagessen vor, die Hauptmahlzeit in Spanien, und ermutigen Sie es, es zusammen mit allen anderen spanischen Kindern zu essen. Die ungewohnten Speisen mit den unbekannten Namen können ihr Kind am Anfang aus dem Gleichgewicht bringen.

Sekundarstufe - Hauptschule - Gymnasium - Gesamtschule (12.-16./18. Lebensjahr)

Das Schulystem hat im vergangenen Jahrzehnt große Veränderungen erlebt. Es hat sich wegbewegt vom traditionellen Auswendiglernen und tendiert nun eher zum deutschen Gesamtschulsystem.

Ab dem 12. Lebensjahr gehen die Schüler für mindestens vier Jahre auf die Obligatorische Sekundarstufe (ESO – „Educación Secundaria Obligatoria“). Zum Abschluss erhalten sie ein Zeugnis und können die Schule entweder verlassen oder sie weiter bis zum spanischen Abitur, dem „Bachillerato”, besuchen.

An spanischen Schulen herrscht eine entspannte Atmosphäre mit einer weniger strengen Disziplin.. Von den Familienmitgliedern wird erwartet, dass sie dem Kind beim Lernen helfen.

Schüler die über das 16. Lebensjahr hinaus die Schule besuchen, haben die Möglichkeit sich in zwei weiteren Schuljahren entweder mit dem Schwerpunkt auf Geisteswissenschaften oder auf Naturwissenschaften auf das Abitur oder Matura („Bachillerato Unificado y Polivalente - BUP”) vorzubereiten oder sich in praktischen Ausbildungseinheiten (FP – „Formación Profesional“), sogenannten “modulos” theoretisch auf einen bestimmten Berufszweig vorzubereiten.

Wer das Bachillerato mit guten Noten abschließt und an einer Universität studieren möchte, muss dort die Aufnahmeprüfung („Selectividad“) im September ablegen (Anmeldung im Juni).

Einschulung Ihres Kinds

Ausländische Eltern sollten sich bei spanischen staatlichen Schulen auf ein langwieriges Einschulungsverfahren gefasst machen. Gehen Sie zu Ihrer örtlichen Stadtverwaltung und fragen Sie nach den Aufnahmeanforderungen, da der Prozess und die erforderlichen Unterlagen sich von Ort zu Ort stark unterscheiden können.

Normalerweise erfolgt die Einschulung im Mai und Sie werden die Geburtsurkunde oder den Reisepass in beglaubigter Übersetzung des Erziehungsberechtigten benötigen. Sie müssen auch die Impfungen des Kindes nachweisen und die Aufenthaltsberechtigung sowie zwei Passfotos vorlegen.

Um Ihr Kind an einer spanischen Schule anmelden zu können, müssen sie die bisherige Schullaufbahn nachweisen. Diese Anerkennung der bisherigen Leistungen sollten Sie vor Ihrem Umzug erhalten. Die entsprechenden Formulare erhalten Sie beim Kultusministerium unter folgender Adresse:

Ministerio de Educación y Ciencia (MEC)
C/ Alcalá, 34
28014 Madrid
telf. 91 701 80 00

IntegrierungIntegrierter Unterricht

Einige Grundschulen in Gegenden mit hohem Ausländeranteil, wie etwa an der Costa del Sol und an der Costa Blanca, geben zusätzlichen Spanischunterricht um ausländischen Schülern den Anschluss zu erleichtern und die Verständigungsschwierigkeiten mit den spanischen Schülern abzubauen. Es kann auch zur bewussten Aufteilung in gemischte Gruppen aus spanischen und ausländischen Schülern kommen, um diesen die Eingewöhnung zu erleichtern.

Wahl einer Schule

Die erste Entscheidung, die Sie treffen müssen ist ob Ihr Kind auf eine staatliche spanische Schule oder auf eine internationale, private Schule gehen soll.

Die aktuellen Zahlen besagen, dass 80% aller Einwanderer ihre Kinder auf staatliche Schulen in Spanien schicken. Diese Erfahrung ermöglicht den Kindern die volle Integrierung in das örtliche Leben, innerhalb eines Jahres sprechen sie die Sprache fließend. Eine internationale Schule ermöglicht es ihrem Kind, die Schule in gewohnter Atmosphäre, in kleineren Klassen und in seiner Muttersprache zu besuchen.

Staatliche Schulen

Die spanischen staatlichen Schulen sind kostenlos, die Eltern bezahlen nur die Schulbücher, Lehrmaterialien und außerschulische Aktivitäten wie etwa zusätzliche Sport-, Musik- und Kunstveranstaltungen. Ausländische Schüler können spanische staatliche Schulen besuchen, müssen aber eine Meldebescheinigung (empadronamiento) vorweisen. Hierzu müssen sie bei der Stadtverwaltung gemeldet sein.

Die staatlichen spanischen Schulen haben sich in den vergangenen Jahren beträchtlich verbessert und der Schulabschluss berechtigt zum Universitätsstudium auch im Ausland.

In Regionen mit hohem Ausländeranteil, wie z.B. an der Costa del Sol, gibt es ein steigendes Problem mit der immer größeren Zahl ausländischer Schüler. Die Klassen sind uneinheitlich, die Lehrmethoden unadäquat und die Lernergebnisse schlechter, da die Lehrer mit so vielen nicht Spanisch sprechenden Schülern überfordert sind.

Privatschulen

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Privatschulen. An manchen Schulen wird ausschließlich auf Spanisch unterrichtet. Wenn mindestens 25% der Schüler Spanier sind, erhalten diese Schulen staatliche Unterstützung. Es gibt auch zweisprachige Schulen mit dem Schwerpunkt auf Englisch.

Bei den meisten Schulen handelt es sich um katholische Schulen mit Koedukation und Unterricht von Montag bis Freitag. Eine staatlich subventionierte spanischen Schule kostet ca. 600 Euro pro Jahr.

Ausländische Schulen

In diesem Bereich finden sich Schulen, die nur für Einwanderer eingerichtet sind und andere, in denen spanische und ausländische Kinder gemeinsam erzogen werden.

Wenn für Sie ein sanfter Übergang wichtiger ist als eine rasche Integration, ist eine ausländische Schule in Betracht zu ziehen. Auch wenn sie nur vorübergehend in Spanien sesshaft sein werden, wollen Sie Ihrem Kind das Erlernen einer neuen Sprache vielleicht ersparen, obwohl es andererseits in der Zukunft auch eine lohnende Erfahrung sein kann.

Die internationalen Schulen unterscheiden sich untereinander beträchtlich und sie sind nicht immer nur ein Getto für ausländische Schüler. Spanien besitzt die größte Anzahl von ausländischen Schulen in Europa, also Schulen in denen die Mehrheit der Schüler Ausländer sind. Viele Spanier schicken ihre Kinder aus Prestigegründen auf englischsprachige Schulen.

Auch wenn der Unterricht auf Englisch stattfindet, kann auf dem Schulhof Spanisch vorherrschen. Die Schulgebühren schwanken zwischen 1.500 – 6.000 Euro pro Schuljahr.

Deutsche und englische Schulen

Alicante

  • Colegio Internacional Costa Blanca - Partida de Sans, 03500 Benidorm (mit Internat), 966 806 411
  • Xabia International College - Ctra. Cabo la Nao 21, Partida Cala Blanca, 03730 Javea, 629 660 776, www.xic-bs.com
  • Europaschule / Schola Europea – Avda. Locutor Vicente Hipólito, 03540 Alicante, 965 269 595, www.eursc.org
  • Waldorfschule "La Marina" – Partida Barranquet 39, 03590 Altea

Valencia

  • Deutsche Schule Valencia, Calle Jaime Roig 14-16, 46010 Valencia, 963 690 100, www.dsvalencia.net
  • Caxton College – Carretera de Barcelona, 46530 Puçol, 961 464 500
  • English School Los Olivos - Avenida Pino Panera 25, 46110 Godella, 963 639 938
  • Edelweiss School - Avenida Pino Panera 19, 46110 Godella, 963 638 081
  • Cambridge House I – Campo Olivar-Godella, 46110 Valencia, 963 637 602 (Grundschule)
  • Cambridge House II – Pintor Sergelles 7, 46110 Valencia, 963 637 602 (Gesamtschule)
  • Colegio Francés – Carretera de Valencia-Ademuz Km. 6,100, 46980 Paterna, 961 581 950
  • American School of Valencia – Apartado de Correos 9, 46530 Puçol, 961 405 412, www.asvalencia.org

Castellón

  • British School Of Vila-Real.- Carretera Vila-Real a Burriana, 3er Sedeny, 12540 Vila-real, Telephone: 964 500 155

Málaga

  • Deutsche Schule in der Provinz Málaga / Colegio Alemán „Juan Hoffmann“ – Apartado de Correos 318, 29600 Marbella, www.dsmalaga.com
  • Deutsche Schule Málaga Stadt / Colegio Alemán Málaga Capital – Plaza de la Aduana 2, 29015 Málaga, 952 215 438, www.dsmalaga-stadt.com (derzeit in Gründung, noch kein Unterricht!)
  • The English International College Marbella - Urbanización Ricmar N-340, km. 189,5, 29600 Marbella, 952 831 058 / 9
  • Alumuñecar International School – Urbanización Los Pinos, 18690 Almuñecar, 958 635 911
  • Aloha College – Urbanización El Angel, 29660 Nueva Andalucia, Marbella, 952 814 133

Hochschulbildung

Spanien verfügt über 75 Universitäten (universidades), davon sind 56 staatlich und 19 sind privat oder Eigentum der katholischen Kirche, auch wenn 88 Prozent der Studenten staatliche Universitäten besuchen.

Im letzten Jahrzehnt ist der Anteil der weiblichen Studenten um 40 Prozent angestiegen und übersteigt nun den der männlichen Studenten (auch schließen mehr Frauen als Männer ihr Studium erfolgreich mit einem Diplom ab).

Die ausländischen Studenten an spanischen Universitäten machen nur 3 Prozent aus, davon kommen ein Drittel aus Ländern der Europäischen Union, v.a. im Rahmen des Austauschprogrammes Sokrates/Erasmus.

Es gibt vier Arten von Hochschulen:

  • Universitätsschulen (escuelas universitarias), an denen dreijährige Studiengänge z.B. für Lehrer, Bauingenieure und Krankenschwestern durchgeführt werden, ähnlich den Fachhochschulen in Deutschland;
  • Studienkollegs (colegios universitarios), mit Diplomabschluss nach drei Jahren (diplomatura), ähnlich den deutschen Berufsfachschulen;
  • Fakultäten (facultades), mit Studiengängen von fünf oder sechs Jahren und Magister oder Diplomabschluss (MA oder MSc), ähnlich den deutschen Universitäten; und
  • Technische Hochschulen für Ingenieurwissenschaften oder Architektur mit Diplomabschluss nach 5-6 Jahren, die denen Technische Universitäten oder Hochschulen ähneln.

EU-Büger haben ein Anrecht auf Zulassung zu spanischen Universitäten und die meisten Universitäten vergeben fünf Prozent der Plätze an Studenten aus Ländern, die nicht zur EU gehören. Mehr Informationen zur Zulassung und Anerkennung ihrer bisherigen Studienleistungen erhalten Sie beim Kultusministerium: www.mec.es

Universitäten (Auswahl)

Valencia

  • Universidad de Valencia
  • Universidad Politécnica de Valencia
  • ESIC Business and Marketing School
  • Universidad Cardenal Herrera CEU

Alicante

  • Universidad de Alicante
  • Universidad Miguel Hernandez de Elche

Castellón

  • Universidad Jaume I

Málaga

  • Universidad de Málaga
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